Lernerfolgskontrolle und Schulungsnachweis: Welche Lerndaten Sie wirklich brauchen

Lernerfolgskontrolle und Schulungsnachweis: Welche Lerndaten Sie wirklich brauchen

Kurz gesagt: Für einen belastbaren Schulungsnachweis reichen meist wenige Daten: wer teilgenommen hat, wann, und ob das Lernziel erreicht wurde. Mehr Lerndaten lohnen sich nur, wenn jemand daraus eine Entscheidung ableitet, etwa welches Thema im Unterricht wiederholt wird. Alles andere kostet Vertrauen und in Unternehmen oft eine zusätzliche Abstimmung mit dem Betriebsrat.


Teilnahme ist noch kein Lernerfolg

Eine Teilnahmebestätigung belegt, dass jemand dabei war, nicht, dass er etwas gelernt hat. Das Modell von Donald Kirkpatrick unterscheidet vier Ebenen der Erfolgsmessung von Bildungsangeboten: Reaktion, Lernen, Verhalten und Ergebnisse (Kirkpatrick Partners). Eine Lernerfolgskontrolle setzt auf der zweiten Ebene an: Hat die Person das angestrebte Wissen und Können erworben? Ob sie es im Alltag anwendet und was das der Organisation bringt, zeigen Lerndaten allein nicht.


Drei Fragen, für die Sie Lerndaten brauchen

  • Nachweis: Wer hat die Schulung abgeschlossen und das Lernziel erreicht? Das fragen Auftraggeber, Prüfstellen und interne Audits.

  • Steuerung: Bei welchen Themen hängen viele Lernende? Daraus folgt, was im Unterricht wiederholt oder im Material verbessert wird.

  • Unterstützung: Wer braucht vor der Prüfung noch Hilfe? Hier zählt der Lernstand je Person und Thema.

Die Society for Learning Analytics Research beschreibt Learning Analytics als das Sammeln, Auswerten und Aufbereiten von Daten über Lernende, um Lehren und Lernen zu verbessern (SoLAR). Daten, die keine dieser drei Fragen beantworten, gehören nicht in den Bericht.


Welche Daten Sie wirklich brauchen

  • Für den Nachweis: Name, Kurs, Datum des Abschlusses und das Ergebnis, also bestanden oder nicht bestanden, bei Bedarf mit Punktzahl.

  • Für die Steuerung: Ergebnisse je Thema oder Lernziel, zusammengefasst für die ganze Gruppe.

  • Für die Unterstützung: Lernstand je Person und Thema, sichtbar nur für die zuständigen Lehrenden.

  • Meist verzichtbar: Klickpfade, Verweildauer je Seite und Uhrzeiten der Nutzung. Sie sagen wenig über das Lernen und viel über das Verhalten.

Ein guter Schulungsnachweis ist ohne Rückfrage verständlich: wer, was, wann, mit welchem Ergebnis und auf welcher Grundlage, etwa einer Abschlussprüfung mit Bestehensgrenze.


Datenschutz und Mitbestimmung von Anfang an mitdenken

Die DSGVO verlangt datenschutzfreundliche Voreinstellungen: Verarbeitet werden nur Daten, die für den jeweiligen Zweck erforderlich sind, und das gilt auch für Speicherfrist und Zugänglichkeit (Art. 25 DSGVO). In Unternehmen mit Betriebsrat kommt hinzu: Technische Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Beschäftigten zu überwachen, unterliegen der Mitbestimmung (§ 87 BetrVG). Eine Lernplattform mit Ergebnissen je Person ist deshalb meist ein Thema für eine Betriebsvereinbarung.

  • Zweck festlegen: Schreiben Sie vor dem Start auf, wofür Sie welche Daten nutzen.

  • Sichtbarkeit trennen: Lehrende sehen Einzelergebnisse ihrer Gruppe, Führungskräfte häufig nur den Abschlussstatus.

  • Löschfristen vereinbaren: Detaildaten zum Lernverlauf werden nach Kursende gelöscht oder zusammengefasst, das Ergebnis bleibt als Nachweis.

Die Einzelheiten klären Sie am besten mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.


So dokumentiert Tarsus den Lernstand

In Tarsus zeigt die Nuggetübersicht für jede Lerneinheit, wie viele Karten sie hat und wie oft sie aufgerufen wurde. Die Auswertungsseite eines Nuggets listet die Teilnehmenden mit Rolle und Gruppe, ihre Punkte und ihren Fortschritt; sie lässt sich nach Gruppen filtern und als CSV- oder PDF-Datei exportieren. Werte erscheinen, sobald jemand das Nugget einmal vollständig durchgearbeitet hat. In der Detailansicht sehen Kursverantwortliche, welche Karten eine Person bearbeitet hat, welche Fragen sie bekam, welche Antwort sie wählte und wie Tarsus sie korrigiert hat. Im KI-Lerncoach misst Tarsus den Fortschritt beim Wissensaufbau in Learning Units und beim Wissen testen in Erfahrungspunkten (XP). Teilnehmende selbst sehen die Nuggetübersicht und damit die Auswertungen anderer nicht.


Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Lernerfolgskontrolle und Teilnahmebestätigung?

Eine Teilnahmebestätigung belegt die Anwesenheit. Eine Lernerfolgskontrolle prüft, ob das Lernziel erreicht wurde, zum Beispiel mit einer Abschlussprüfung, Übungsfragen oder einer praktischen Aufgabe.


Darf der Arbeitgeber Lernergebnisse einsehen?

Das hängt vom Zweck und von den Vereinbarungen im Unternehmen ab. Häufig sehen Führungskräfte nur den Abschlussstatus und die Lehrenden die Einzelergebnisse. Gibt es einen Betriebsrat, regelt das meist eine Betriebsvereinbarung.


Wie lange sollte man Lerndaten aufbewahren?

So lange, wie der festgelegte Zweck es erfordert. Für den Nachweis reicht oft das Ergebnis; Detaildaten zum Lernverlauf lassen sich nach Kursende löschen oder zusammenfassen. Legen Sie die Fristen fest, bevor die ersten Daten entstehen.


Was ist Learning Analytics?

Learning Analytics bedeutet, Daten über Lernende und ihr Lernen zu sammeln und auszuwerten, um daraus Verbesserungen für Lehre und Lernen abzuleiten. Entscheidend ist der zweite Teil: Eine Auswertung ohne Konsequenz ist nur Datensammlung.


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