Single Sign-on für Lernplattformen: Zugänge mit Microsoft- und Google-Konten

Single Sign-on für Lernplattformen: Zugänge mit Microsoft- und Google-Konten

Kurz gesagt: Mit Single Sign-on melden sich Lernende mit dem Konto an, das sie ohnehin haben, zum Beispiel bei Microsoft oder Google. Für die Organisation heißt das: weniger Passwörter, weniger Supportanfragen und ein zentraler Ort, an dem Zugänge entstehen und enden. Wer das Unternehmen oder die Hochschule verlässt, kommt mit dem gesperrten Konto auch nicht mehr in die Lernplattform.


Was Single Sign-on bedeutet

Bei Single Sign-on, kurz SSO, melden sich Nutzende einmal mit ihren Anmeldedaten an und öffnen danach alle freigegebenen Anwendungen, ohne sich erneut anzumelden. Die Prüfung übernimmt ein Identitätsanbieter wie Microsoft Entra ID; verbreitete Standards dafür sind SAML 2.0 und OpenID Connect (Microsoft Learn). Die Lernplattform muss dann keine eigenen Passwörter mehr verwalten.


Warum sich SSO für Lernplattformen lohnt

  • Weniger Hürden beim Start: keine neue Registrierung und kein weiteres Passwort. Gerade bei kurzen Pflichtschulungen kann schon der erste Login darüber entscheiden, ob jemand überhaupt anfängt.

  • Weniger Support: Vergessene Passwörter für die Lernplattform gibt es nicht mehr, Anfragen zum Zurücksetzen entfallen.

  • Sauberes Offboarding: Wird ein Konto beim Identitätsanbieter gesperrt oder gelöscht, endet auch der Zugang zur Lernplattform. Niemand muss Zugänge einzeln entfernen.

  • Nur berechtigte Personen: Anmelden kann sich nur, wer ein Konto der Organisation hat. Regeln wie die Mehr-Faktor-Anmeldung greifen dann auch bei der Lernplattform.


Vier Wege in die Lernplattform

  • SSO: für Beschäftigte, Studierende und alle anderen mit einem Konto der Organisation.

  • Einladung per E-Mail oder Link: für externe Teilnehmende ohne solches Konto, etwa in offenen Seminaren.

  • Import einer Nutzerliste: wenn viele Personen gleichzeitig starten und ihre Daten schon in einem anderen System liegen.

  • Einbindung ins LMS: wenn Lernende ohnehin im Learning-Management-System arbeiten. Dann regelt das LMS den Zugang, mehr dazu im Beitrag SCORM erklärt.

Viele Organisationen kombinieren die Wege: SSO für die eigenen Leute, Einladungen für Externe.


Checkliste für die Einführung

  1. Identitätsanbieter klären: Microsoft, Google oder ein anderes System?

  2. Freigabe durch die IT: Die Anmeldung für die Lernplattform muss beim Identitätsanbieter erlaubt werden.

  3. Rollen festlegen: Wer lernt, wer erstellt Inhalte, wer verwaltet Zugänge? Ein Leitfaden dazu steht im Beitrag zum Berechtigungskonzept.

  4. Externe mitdenken: Für Personen ohne Organisationskonto braucht es einen zweiten Weg.

  5. Testlauf: Erst mit wenigen Konten prüfen, dann alle einladen.


So funktioniert der Zugang in Tarsus

Auf der Anmeldeseite von Tarsus können Lernende mit Microsoft oder Google fortfahren und nutzen ihr bestehendes Konto der Organisation, eine eigene Registrierung entfällt. Voraussetzung ist, dass die IT der Organisation diese Anmeldung freigeschaltet hat. Andere SSO-Lösungen lassen sich als Projekt anbinden. Für Teilnehmende ohne Organisationskonto gibt es Einladungen per E-Mail oder per Link; ein Link eignet sich für ganze Seminargruppen und wird ungültig, sobald man ihn löscht. Bei jeder Einladung lassen sich Rolle und Gruppe festlegen, sodass neue Teilnehmende direkt in der richtigen Gruppe landen. Große Nutzerlisten importieren Administratoren als CSV- oder Excel-Datei mit Vorname, Nachname, E-Mail, Gruppe und optional einer externen ID, auf Wunsch mit einem Startpasswort, das Tarsus nach dem ersten Login ändern lässt. Über die Mitgliederliste lassen sich Personen jederzeit wieder entfernen.


Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen SSO und LTI?

SSO ist eine Anmeldung über den Identitätsanbieter der Organisation. LTI ist ein Standard, mit dem ein LMS ein externes Werkzeug einbindet; dabei übernimmt das LMS die Anmeldung und reicht die Person an das Werkzeug weiter.


Ist SSO sicherer als eigene Passwörter?

In der Regel ja: Es gibt weniger Passwörter, die verloren gehen können, und Sicherheitsregeln wie die Mehr-Faktor-Anmeldung gelten einheitlich für alle angebundenen Anwendungen. Entscheidend ist, dass das Konto beim Identitätsanbieter selbst gut geschützt ist.


Brauchen externe Teilnehmende ein Microsoft- oder Google-Konto?

Nein. Externe lassen sich per E-Mail oder Link einladen und registrieren sich mit ihrer E-Mail-Adresse und einem eigenen Passwort.


Was passiert mit den Lerndaten, wenn jemand die Organisation verlässt?

Mit dem gesperrten Konto ist keine Anmeldung mehr möglich. Was mit Ergebnissen und Verlaufsdaten geschieht, legen Sie in Ihren Löschregeln fest, mehr dazu im Beitrag Lernerfolgskontrolle und Schulungsnachweis.


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